Boxverein schlägt mit dänisch-deutscher Zusammenarbeit zu

Kent Hansen vom Vordingborg Bokseklub ist bereit für den Nahkampf mit deutschen Boxvereinen

Deutsche Vereine und Sportler können nützliche Dinge über dänische Vereinskultur lernen, und junge Dänen aus sozialen Randgruppen bekommen eine Chance, auf die richtige Bahn zu kommen. Dies sind nach Meinung des Projektinitiators nur einige der Vorteile eines eventuell zukünftigen kultKIT-Projekts.

Als kultKIT und die Kommune Vordingborg am Donnerstag vergangener Woche zu einer Informationsveranstaltung im Rathaus der Gänseturmstadt einluden, hatte Kent Hansen, der zweite Vorsitzende des örtlichen Boxvereins, eigentlich überhaupt keine Zeit teilzunehmen. Am nächsten Tag wollten junge Boxer beiderlei Geschlechts aus Dänemark und den anderen nordischen Ländern in die Stadt kommen, um an einem dreitägigen Trainingscamp teilzunehmen, und bis zu ihrer Ankunft gab es für den zweiten Vorsitzenden noch viele praktische Dinge zu organisieren. Trotzdem nahm er sich Zeit für die Veranstaltung im Rathaus.

„Diese Chance darf ich mir nicht entgehen lassen“, sagt er und erzählt, dass er bis vor Kurzem nichts über kultKIT und die finanzielle Förderung für dänisch-deutsche Kultur- und Sportveranstaltungen wusste, die durch das Programm möglich ist.
„Wenn ich schon vor ein paar Monaten davon gewusst hätte, hätten wir auch junge Boxer aus Deutschland zu unserem jetzigen Trainingscamp einladen können. Wir wissen, dass viele gerne teilnehmen würden, aber die Kosten für Transport und Verpflegung hindern sie an einer Teilnahme.“

 

Deutsche und Dänen können voneinander lernen

Die finanzielle Hilfe durch kultKIT ist jedoch nicht der einzige Grund dafür, dass der Verein in Vordingborg gerne deutsche Boxer im Alter von 10 bis 18 Jahren zu Besuch haben möchte. Von einem ähnlichen Projekt in Felsted in Südjütland weiß Kent Hansen, dass es äußerst vorteilhaft sein kann, wenn sowohl dänische als auch deutsche Boxer auf dem Kampfprogramm stehen. Die Vereinskultur in Deutschland unterscheidet sich sehr von dem, was wir hier in Dänemark kennen, wo kommunale Zuschüsse und Einkünfte aus freiwilliger Arbeit dazu beitragen, ein Fundament für viele der Aktivitäten des Vereins zu bilden. Diese Form kennt man in Deutschland nicht, wo es oft eine recht teure Angelegenheit sein kann, Mitglied in einem Sportverein zu sein.

„Deutschland und die deutschen Vereinsvorstände können einiges über unsere Art, Sportvereine zu leiten, lernen. Im Gegenzug können unsere Jugendlichen viel von der deutschen Art zu trainieren lernen,“ sagt Kent Hansen und fügt hinzu, dass ein Großteil der Jugendlichen, die die Boxvereine des Landes aufsuchen, oft aus ressourcenschwachen Elternhäusern oder aus Familien nicht-dänischer Herkunft kommt, und das viele von ihnen Schwierigkeiten haben, auf der richtigen Seite des Gesetzes zu bleiben.

„Wenn sie mit jungen Deutschen und deren Trainern zusammen trainieren dürfen, lernen sie etwas über Respekt und Disziplin. In den deutschen Vereinen werden die Trainer gesiezt, und die Jugendlichen werden gefordert.“

Auch wenn Kent Hansen in den dänischen Vereinen eine solch formelle Anredeform und strenge Disziplin nicht einführen möchte, ist er doch der Meinung, dass ein ernsthafterer Zugang zum Boxsport und festere Rahmen wie das, was die jungen Boxer im Zusammentreffen mit gleichaltrigen deutschen Sportlern erleben, für Jugendliche mit sozialen Problemen oder Suchtproblemen nützlich sein kann.

„Wenn wir es schaffen, dass sie sich von der Straße und Kriminalität fernhalten und stattdessen ihr Training ernst nehmen, wird die Zukunft wesentlich heller aussehen, sowohl für sie selbst als auch für den dänischen Boxsport,“ sagt er.

„Wenn wir es schaffen, dass sie sich von der Straße und Kriminalität fernhalten und stattdessen ihr Training ernst nehmen, wird die Zukunft wesentlich heller aussehen, sowohl für sie selbst als auch für den dänischen Boxsport,“ sagt er.

kultKIT ist mit im Ring

Auf der Veranstaltung in Vordingborg, auf der ca. 30 Interessierte anwesend waren, um sich über Fördermöglichkeiten für dänisch-deutsche Projekte zu informieren, konnte man auch Danny Paulsen treffen, der in einem Beitrag über die Erfahrungen erzählte, die er und die U-16 Mädchen des Handballvereins Fladså Håndboldklub durch die kultKIT-Zusammenarbeit zwischen dem Handballverein von Süd-Seeland und der HSG Holsteinische Schweiz aus Malente in Schleswig-Holstein gesammelt hatten.

Kent Hansen nutzte die Gelegenheit für ein Gespräch mit Danny Paulsen, und als er Näheres über die grenzüberschreitende Sportzusammenarbeit gehört hatte, bestand für ihn kein Zweifel mehr: so ein Ding müssen wir auch haben im Vordingborg Bokseklub. Der nächste Schritt wird daher sein, eine Projektbeschreibung zu erstellen, und hier steht Mai Brøndsted von der kultKIT Kontaktbörse mit der erforderlichen Hilfe bereit.

„Ich und mein Kollege auf der deutschen Seite werden bei der Projektbeschreibung, dem Antrag sowie dem Kontakt zu passenden Boxvereinen in Deutschland gerne behilflich sein. Wir können auch ein Vorbereitungsgespräch mit dem Vordingborg Bokseklub und eventuellen deutschen Partnern finanzieren“, sagt sie und fügt hinzu, dass das Projekt ihrer Meinung nach recht schnell realisiert werden kann. Über Letzteres ist Kent Hansen sehr erfreut.

„Das hört sich ja großartig an. Wir haben die praktischen Dinge schon geregelt und können das Ganze auf die Beine stellen, so dass wir bereits nächstes Jahr im Februar deutsche Sportler zum Trainingscamp nach Vordingborg einladen können,“ freut er sich.

 

Kontaktieren Sie Mai Brøndsted von der kultKIT Kontaktbörse, um Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten dänischen Kooperationspartner zu bekommen. Mai Brøndsted Mai@kultkit.eu – +45 2068 6046

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