Freizeit · 30 april 2020 · Jens Høvsgaard foto: Thomas Grinderslev

Sommerlager ungewiss

Süddänische Kaffeetafel, Wattwanderung im deutschen Teil des Wattenmeers, Grenzlauf und ein Besuch im Geschichtszentrum Dybbøl Banke.

In der zweiten Juliwoche stehen im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitende Aktivitäten und Erlebnisse auf dem Programm, denn 50 Jugendliche des Frivilligt Drenge- og Pigeforbund, FDF, in Næstved und Flensburg möchten zu einem gemeinsamen Sommerlager in Tarp, 12 km südlich von Flensburg, aufbrechen.

Jedoch kann ein ebenfalls grenzüberschreitender Gast daran schuld sein, dass das kultKIT-finanzierte Sommerlager verschoben oder im schlimmsten Fall abgesagt werden muss.

Dies berichtet eine der Initiierenden des Lagers, Rie Kjær Poulsen vom FDF in Næstved.

„Wir verfolgen die aktuelle Corona-Situation genau und werden uns Anfang Mai dazu äußern, was wir tun werden“, sagt sie und fügt hinzu, dass es kein Problem wäre, die Empfehlungen und Richtlinien von Regierung und Gesundheitsbehörden einzuhalten, wenn es sich um ein Sommerlager in Dänemark für ausschließlich dänische Jugendliche handeln würde.

Dänisch im deutschen Alltag

Die ältesten der Kinder, die sog. Væbner und Seniorvæbner, sollen in Zelten übernachten und die Kleinsten in Hütten, und für beide Gruppen gilt, dass Versammlungsregeln und Abstandempfehlungen eingehalten werden können. Das Problem ist, dass sich das Lager in Deutschland befindet und die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark bis auf Weiteres geschlossen ist.

„Und das grenzüberschreitende Element ist ja gerade das, worum es geht. Der FDF in Flensburg ist ein Teil der dänischen Minderheit in Deutschland, und im Jahr des 100-jährigen Jahrestags der Wiedervereinigung von Sønderjylland mit Dänemark bietet die Fahrt eine ideale Möglichkeit, dass unsere Kinder die Geschichte der Dänen hören, die auf der „falschen“ Seite der Grenze landeten“, berichtet Rie Kjær Poulsen.

Ein anderer Vorteil der Fahrt ist, dass alle Kinder des FDF in Flensburg zweisprachig sind. Sie sprechen in ihrem Alltag Deutsch, und beim FDF sprechen sie Dänisch. Daher wird es zwischen den dänischen und deutschen Kindern keine Sprachbarrieren geben, und sie werden einander ohne Probleme vom Leben und Alltag in Næstved bzw. Flensburg erzählen können. Ein Alltag, der in manchen Fällen sehr unterschiedlich sein kann.

„Wir haben eine sehr gemischte Gruppe von Kindern mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund hier in Næstved, und wir finden es toll, ihnen ein Erlebnis zu ermöglichen, an dem sie ansonsten nicht teilhaben könnten“, berichtet Rie Kjær Poulsen und fügt hinzu, dass das Projekt durch ein zufälliges Treffen mit Projektleiter Jeppe Cecil Pers von kultKIT auf dem Foreningernes Dag in Næstved ins Rollen kam.

„Jeppe erläuterte uns die Möglichkeiten, und als wir das mit unseren Mitstreitern diskutiert hatten, begannen wir zu planen und Fördermittel zu beantragen“.

kultKIT um Rat fragen

Kultkit hat zugesagt, die Fahrt mit 10.000 Euro zu fördern, und Jeppe Pers erläutert, dass die Schirmorganisation mit Rat und Anleitung behilflich ist, wenn die Fahrt verschoben werden müsste. Dasselbe gilt für alle anderen geplanten kultKIT-Veranstaltungen und Treffen.

„Um in der derzeitigen Situation handeln und mit der dadurch bedingten Unsicherheit umgehen zu können, haben wir eine Reihe Corona-Richtlinien ausgearbeitet. Ich möchte daher alle Projektverantwortlichen auffordern, sich bzgl. Hilfe und Beratung an ihrem lokalen kultKIT-Berater zu wenden, wenn eine geplante Veranstaltung in Gefahr ist, abgesagt oder verschoben zu werden“, erklärt der Projektleiter.