Kultur · 15 märz 2021 · kultKIT

E-Sport bietet interkulturelle Perspektiven 

kultKIT heißt einen neuen Netzwerkpartner aus der Welt des E-Sport willkommen. E-Sport ist nicht nur etwas, das nachts in Dänemark im Fernsehen und in Deutschland auf Twitch ausgestrahlt wird, und dessen Ausführung einigen wenigen vorbehalten ist. E-Sport ist ein Breitensport mit interkulturellen Perspektiven, der sich hervorragend als Rahmen für Begegnungen junger Deutscher und Dänen eignet – sei es online oder im persönlichen Miteinander. Davon ist Jeppe Pers, Projektleiter von kultKIT, fest überzeugt. Umso mehr freut es ihn, einen neuen kultKIT-Netzwerkpartner vorstellen zu können: Das Landeszentrum für eSport und Digitalisierung Schleswig-Holstein, kurz LEZ SH, soll mit dabei helfen, Online-Kulturbegegnungen zu organisieren. Das LEZ SH ist eine vom Land Schleswig-Holstein, der Landeshauptstadt Kiel und dem eSport-Bund Deutschland e.V. finanzierte Organisation, die sich für eine bessere Struktur und bessere Bedingungen für E-Sport als Breitensport einsetzt. Derzeit richtet das LEZ SH ein 600 Quadratmeter großes E-Sportzentrum in Kiel ein, mit großzügigen Trainingsräumlichen und Sporträumen etc.

„Der E-Sport bietet hervorragende Möglichkeiten sowohl für deutsch-dänische Online-Gemeinschaften als auch persönliche Begegnungen“, erläutert Jeppe Pers, der davon ausgeht, dass das LEZ SH als Mitglied des kultKIT-Netzwerkpartnerkreises zusammen mit den weiteren Akteuren auf beiden Seiten des Fehmarn Belt zum Bindeglied für E-Sport-Aktivitäten werden kann.

„Das Spielen im Team setzt voraus, dass Strategie und Gameplay genau abgesprochen werden, und bereits dadurch entsteht Kontakt“, so Martin Müller, Projektleiter bei LEZ SH.  Als Beispiel erwähnt er das Online-Game Among Us, bei dem soziale Kompetenzen im Mittelpunkt stehen, denn die Kommunikation der SpielerInnen untereinander ist der wesentliche Bestandteil des Spiels.

Martin Müller erkennt zwar an, dass deutsche und dänische SpielerInnen anfangs wahrscheinlich auf Englisch kommunizieren, geht jedoch davon aus, dass sie sich allmählich etwas von der Sprache und Kultur ihrer TeamkollegenInnen auf der anderen Seite des Fehmarn Belt aneignen. Das motiviert dazu, auch in anderen Zusammenhängen mehr von- und übereinander zu lernen.

„Aktuell planen wir die Ausrichtung von Präsenz-Turnieren mit dänischen und deutschen TeilnehmernInnen, die stattfinden können, sobald die Corona-Restriktionen aufgehoben sind“, erzählt Martin Müller.

Das LEZ SH kooperiert mit Vereinen, Unternehmen und öffentlichen Akteuren und wendet sich vor allem an Jugendliche und junge Menschen im Alter von 10 bis 30 Jahren sowie Eltern.

Jeppe Pers freut sich auf den künftigen deutsch-dänischen Wissens- und Erfahrungsaustausch über Gaming und Best-Practices im Internet, der nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene, sondern auch Eltern anspricht.

„Eltern von Teenagern, die viel Zeit mit Twitch und anderen Computerspielen verbringen, fragen sich, was die Jugend da eigentlich treibt. Zusammen mit dem LEZ SH möchten wir versuchen, ihnen einen besseren Einblick darin zu vermitteln, wie ihre Kinder im Internet navigieren und auf welche Fallgruben und Gefahren man achten sollte“, erläutert Jeppe Pers und betont, dass dabei auch auf die positiven Perspektiven digitaler Interaktion im Fokus stehen. Ein Bereich, der in steter Entwicklung begriffen ist.

Martin Müller erläutert, dass eSport Schleswig-Holstein etwas von der Anerkennung lernen kann, die der E-Sport in Dänemark genießt, dies nicht zuletzt auch auf Vereinsebene.

„In Deutschland allein gibt es drei bis vier Millionen E-SportlerInnen, und ich sähe gerne, dass diese und ihre Freizeitbeschäftigung genauso akzeptiert werden, als würden sie Fußball spielen oder in der Bücherei ein Buch leihen“, fügt Martin Müller hinzu.

Derzeit plant das LEZ SH gemeinsam mit der Næstved Bibliotek ein erstes kultKIT-Projekt.